15 Klimafreundliche Rationengestaltung

Worum Geht's?
Energie, Lachgas N2O, Kohlenmonoxid CO2
Die Fütterung beeinflusst die Treibhausgas-Emissionen in vielerlei Hinsicht. Fressen Tiere (zu) viel Protein, belastet das das Klima deutlich mehr, als wenn das nicht der Fall ist. Bei der N-optimierten Fütterung (NOF) werden Stickstoff-Überschüsse im Harn vermieden und damit auch Ammoniak, Nitrat und Lachgasverluste reduziert.
Weil der Anbau und Transport von Futtermitteln das Klima immer belastet, ist ein Verzicht auf Futtermittelimporte grundsätzlich treibhausgasmindernd. Das gilt besonders für jene Futtermittel, die direkt oder indirekt mit der Rodung von Urwald verbunden sind, wie z.B. Soja aus Übersee. Deutlich klimafreundlicher fährt man mit hochwertigem, eigenem Futter.
Wer höchste Grundfutterqualität anstrebt, kann mehr Milch (oder Fleisch) aus dem Grundfutter herausholen. Auch das verringert den Treibhausausstoss pro Endprodukt. Hohe Kraftfuttergaben senken beim Wiederkäuer zwar Methan, sind aber nicht nachhaltig. Ein Teil des Methans wird dann zwar nicht mehr im Pansen, dafür aber später in der Gülle freigesetzt. Abgesehen davon muss man immer das gesamte System betrachten: für den Anbau von Kraftfutter werden Ackerflächen benötigt. Dazu kommt der Energieverbrauch für die Herstellung von Saatgut, Pflanzenschutzmitteln, Herbiziden und synthetischem Stickstoffdünger, sowie die mit Anbau, Bodenbearbeitung und Ernte verbundenen CO2-Emissionen, sowie die Bildung von Lachgas bei der Ausbringung des Düngers auf dem Acker. Bei Produktion und Transport von Kraftfutter fallen ebenfalls Treibhausgase an.1
In einer Studie aus dem Jahr 2008 kamen die Forscher zum Schluss, dass die Rinderhaltung für die ökologische Fleischproduktion auf Grasland, im Gegensatz zu stationär mit Kraftfutter gehaltener Rindern, rund 40 % weniger Treibhausgase emittiert und 85 % weniger Energie benötigt.2
zum Thema: www.agrocleantech.ch: Was sollen klimafreundliche Milchkühe fressen?
1 www.agrarforschungschweiz.ch: «Reduktionspotenziale von Treibhausgasemissionen aus der Schweizer Nutztierhaltung»
2 Anita Idel/Andrea Beste: «Vom Mythos der klimasmarten Landwirtschaft» -> als PDF erhältlich