48 Biogas (wärme, Strom, Dünger)

Worum Geht's?
KOHLENDIOXID CO2, LACHGAS N2O, ENERGIE, RESSOURCEN
Unter den erneuerbaren Energien gilt Biomasse als Alleskönner: Mit ihr ist die Produktion von Strom, Wärme, Dünger und sogar Treibstoff möglich. Energie aus Biomasse gilt als CO2-neutral. Mit Biogas kann nicht nur der Hofdünger energetisch genutzt, sondern auch Methan reduziert werden. In der Regel lässt sich damit ein Zusatzeinkommen generieren.
Die Vergärung funktioniert im Grunde genommen wie der Verdauungstrakt einer Kuh, nur dass dabei kein Methan in die Umwelt entweicht. Das energiereiche, gasförmige und brennbare Gemisch aus CO2 und Methan sammelt sich im Gasspeicher an und gelangt anschliessend in ein sogenanntes Blockheizkraftwerk, in dem es unter Gewinnung von Strom und Wärme verbrannt wird. Alternativ zum Verbrennen kann das Biogas vom CO2 gereinigt und das fast reine Methan in ein Erdgasnetz eingespeist werden. Die zurückbleibende, vergorene Gärgülle wird als schnell wirksamer Nährstoffdünger verwendet.1 Sie kann auch noch in Gärdünngülle und Gärmist separiert werden.
Die Gärdünngülle ist ein schnelllöslicher Stickstoffdünger. Der Gärmist kann wie der herkömmliche Mist mit dem Miststreuer ausgebracht werden. Er wirkt langsamer. Während des Vergärungsprozesses von Hofdüngern und Co-Substraten steigt der Anteil an ammoniumgebundenem Stickstoff (NH4-N), welcher für Pflanzen direkt verfügbar ist. Gleichzeitig kommt es zu einer Erhöhung des pH-Wertes. Das erhöht das Risiko von gasförmigen Stickstoffverlusten in Form von Ammoniak bei unsachgemässer Ausbringung. Durch gute fachliche Praxis lassen sich diese Verluste weitgehend verhindern. Gärgülle sollte deshalb nach Ausbringung mittels Schleppschläuchen auf unbedeckten Böden zusätzlich noch mechanisch eingearbeitet werden.2
Es gibt sowohl einzelbetriebliche (Klein-) Biogasanlagen, mit denen vor allem der Eigenbedarf an Strom, Wärme und Dünger gedeckt wird, als auch überbetriebliche Anlagen mit Stromeinspeisung ins öffentliche Stromnetz und Wärmeabgabe an einen Wärmeverbund oder der Verwendung von Biogas als Treibstoff.5

WENIGER FUTTER GIBT MEHR GAS
Forscher haben herausgefunden, dass mehr Biogas entsteht, wenn die Biogasanlage in grösseren Zeitabständen gefüttert wird. Den Wissenschaftlern gelang es, unter Laborbedingungen die Produktion von Methan als wertvollstem Bestandteil des Biogases um bis zu 14 Prozent zu steigern. Dazu gaben sie das Substrat nicht alle zwei Stunden in den Fermenter, sondern nur jeden bzw. alle zwei Tage. Die Forscher erklären sich die Zunahme damit, dass die mikrobielle Gemeinschaft vielseitiger wird und deshalb vor allem die schwer aufzuschliessenden Bestandteile der Biomasse effizienter verarbeitet werden können.4
zum Thema: www.biomassesuisse.ch | www.oekostromschweiz.ch
www.bafu.admin.ch: «Biogasanlagen in der Landwirtschaft»
1 www.bfe.admin.ch: «Energie aus Biomasse»
2 www.oekostromschweiz.ch: «Vergärungsprodukte aus landwirtschaftlichen Biogasanlagen»
3 www.oekostromschweiz.ch: Leitfaden «Abwärmenutzung auf Biogasanlagen»
4 www.topagrar.com: «Weniger Futter bringt mehr Biogas»
5 www.quh-energie.ch