54 Energetische Optimierung

Worum Geht's?
KOHLENDIOXID CO2, ENERGIE
Gesparte Energie ist immer klimafreundlicher als verbrauchte Energie. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, den Energieverbrauch im Betrieb zu optimieren. Zum Beispiel:
Wärmerückgewinnung aus der Stallabluft
Im Unterschied zu Wohnbauten fallen in Ställen grosse Mengen an Wärme, CO2 und Wasserdampf an. Diese Wärme und den Wasserdampf kann man mit einer Wärmepumpe nutzen.
Die Wärmepumpe kann z.B.
- einen Raum kühlen oder entfeuchten und damit Wasser erwärmen,
- einen Weinkeller kühlen und trocknen, verbunden mit einer Wassererwärmung,
- einen Raum kühlen bzw. entfeuchten, verbunden mit einer Raumheizung (z.B. Wohnung oder Geflügelstall, Zuchtstall).1
Wärmerückgewinnung bei der Milchkühlung
Die Kühlung der Milch erfolgt meist mit einem Kühlaggregat, die Erwärmung des Heisswassers zur Reinigung der Melkanlagen und des Milchgeschirrs mit einem separaten Elektroboiler. Mit dem Einbau einer Wärmerückgewinnungsanlage wird dem Elektroboiler ein Warmwasserspeicher vorgeschaltet, der die entzogene Wärmeenergie der Milch im Wasser speichert. Durch die Wärmerückgewinnung kann bei der Kühlung der Milch und vor allem bei der Erhitzung des Reinigungs- und Brauchwassers Strom gespart werden.2
Frequenzumformer für Melkmaschinen
Der Stromverbrauch der Vakkuumpumpe lässt sich mit einem Frequenzumformer um bis zu 75 Prozent senken. Davon profitiert nicht nur die Umwelt und das Klima, sondern auch das Portemonaie. Denn solche Freuqenzumformer führen auch zu einem geringeren Verschleiss und weniger Lärm und Erschütterungen.
Energiearme Beleuchtung
Leuchtröhren waren gestern – LED ist heute. LEDs arbeiten sehr effizient, ihre Lichtausbeute ist besonders hoch. LEDs strahlen das Licht in einem definierten Winkel von rund 120° nach unten ab – das Licht kommt also da an, wo man es wirklich braucht.
In der Milchviehhaltung kommt dem Beleuchtungsmanagement eine besondere Bedeutung zu. Studien belegen, dass durch lange Tageslichtphasen mit 16 Stunden Helligkeit und 8 Stunden Dunkelheit die tägliche Milchproduktion um durchschnittlich 5–15 % gesteigert werden kann. Voraussetzung ist eine gleichmässige Beleuchtungsstärke von 150–200 Lux. Bei Trockenstehern ist es umgekehrt: Da sind Phasen mit 8 Stunden Helligkeit und 16 Stunden Dunkelheit sinnvoll. Dies führt zu höheren Milchleistungen in der Folgelaktation. Zudem werden die Futteraufnahme und das Immunsystem positiv beeinflusst. Das richtige Leuchtmittel spart also nicht nur Energie und Stromkosten, sondern kann auch noch mehr Einnahmen generieren.3
Verbrauchsoptimierte Geräte
Es ist aus Ressourcenschutzgründen zwar sinnvoll, alte Geräte so lange wie möglich zu behalten. Doch manchmal ist es der Umwelt und dem Klima mehr gedient, wenn man ineffizient arbeitende Geräte mit hohem Stromverbrauch durch neue, effizientere Geräte ersetzt. Bei der Effizienz spielt auch die Wartung/der Service eine Rolle: Geräte, die selten bis nie gewartet werden, sind irgendwann nicht mehr effizient. Ein klassisches Beispiel ist der Warmwasserboiler, der nie entkalkt wurde.
BEIM ZAHLEN SPAREN
Auch der Bezug von zertifiziertem Strommix aus erneuerbarer Energie hilft Treibhausgase einsparen. Das Klima profitiert!
zum Thema: www.agrocleantech.ch
1 www.bfe.admin.ch: «Erneuerbare Energien in der Landwirtschaft, Planungsgrundlagen»
2 www.agrocleantech.ch: «Wärmerückgewinnung aus der Milchkühlung»
3 www.hauptner.ch: «Die neue Wundersache im Stall: LED»