Gutsbetrieb Plantahof

Rolf Hug

Ort

7302 Landquart

gr.ch

m ü. M.

550

Betrieb

  • ÖLN
  • 70 ha LN
  • 132 GVE

Betriebszweige

  • Milchviehhaltung (Grünland- und Leistungsherde)
  • Munimast
  • Legehennen
  • Ackerbau
  • Obst- und Weinbau
  • Beerenanbau

Engagement fürs Klima

  • Reduzierter Kraftfuttereinsatz in der Grünlandherde
  • Gülleausbringung mit Schleppschlauch
  • Gülleseparation mit Einstreu von Separationsmaterial
  • Teilweise pflugloser Ackerbau
  • Einsatz von Elektro-Hoflader
  • Einsatz von Düngern/Futterkomponenten auf Meeralgenbasis
  • Herbizidverzicht im Obstbau


«Der Hofdüngereinsatz soll optimiert- und der Einsatz von Handelsdüngern reduziert werden. Ein vermehrter Anbau von Eiweisspflanzen für die menschliche- wie auch die tierische Ernährung soll den Import reduzieren. Die Speicherung von CO2 im Boden soll durch den Humusaufbau gefördert werden.»

PilotprojektE ab 2022

Projekt 1: Heatneutral – Altöl als klimaneutrale Energiequelle

ZIEL

  • Die Wärmegewinnung in der Landwirtschaft im Kanton GR soll möglichst ohne den Einsatz von Treibhausgasen auskommen.

PROJEKT

  • Auf dem Plantahof in Landquart wird eine Anlage zur Reinigung von altem Frittieröl aufgebaut. Dieses wird lokal gesammelt, zur Anlage verbracht dort gereinigt und allenfalls gelagert. 
  • Bei Bedarf wird das Öl zu den Betrieben transportiert, die es mit speziellen Öfen verbrennen und zur Wärmeerzeugung nutzen können.

Projekt 2: Insektenfütterung in der Geflügelhaltung

ZIEL

  • Der Sojaanteil in der Ration der Legehennen soll vollständig durch lokal produziertes teilentfettetes Insektenprotein ersetzt werden, um sich von Futtermittelimporten unabhängig zu machen und die damit zusammenhängenden Emissionen einzusparen.
  • Zusätzlich ist durch den Einsatz von Insekten eine sehr naturnahe Fütterung möglich, die sich positiv auf die Gesundheit der Tiere auswirken und eventuell ihre Nutzungsdauer erhöhen kann.
  • Da der Konsum von Insekten in der Schweiz aktuell keine Rolle spielt, wäre der Einsatz des Insektenmehls im Hinblick auf die humane Ernährungssicherheit («Feed no Food») ein grosser zusätzlicher Vorteil.
  • Aufgrund der Aufzuchtstrategie auf Nebenströmen ist es möglich, anfallende Reststoffe aus der Agrar- oder Lebensmittelindustrie zurück in den Futtermittelkreislauf zu bringen und Lebensmittelverschwendung («Food Waste») zu reduzieren. Anfallende Restsubstrate aus der Insektenproduktion könnten auf dem Plantahof im Sinne der Kreislaufwirtschaft zusätzlich als wertvoller Dünger eingesetzt werden.

PROJEKT

  • Innerhalb des Projektes sollen 15% des Alleinfuttermittels (100% des Sojaanteils) der Legehennen auf dem Plantahof mit teilentfettetem Insektenmehl (> 60% Rohprotein) ersetzt werden.  
  • Die Fütterung des insektenbasierten Futtermittels soll eine Legehennenperiode (ca. 1 Jahr) andauern und zwei verschiedene Rationen beinhalten, damit der Bedarf je nach Leistungsstadium der Tiere möglichste effizient gedeckt werden kann (Starterfutter, Leistungsfutter). 
  • Innerhalb des Versuches gilt es, Parameter, wie Legeleistung, Futteraufnahme, Futterverwertung, Eigewicht, Eiqualität (Schalendicke, Dotterfarbe etc.), zu erheben, um nachzuweisen, dass die Fütterung zu mindestens genauso guten Leistungen führt, wie eine Sojabasierte Ernährung. 
  • Aufgrund der immunsystemstimulierenden Wirkung der Insekten sollen auch Tierwohlparameter, wie Feder- und Zehenpicken sowie die Kotkonsistenzen, mit Hilfe von Score-Sheets erhoben werden.  
  • Die Fütterung des insektenbasierten Futters soll keine zusätzliche Arbeit im täglichen Ablauf der Versorgung der Tiere hervorrufen, weshalb weiterhin über das bestehende System gefüttert werden soll. 

Projekt 3: Steigerung Bodengesundheit – Verfahrensvergleich

ZIEL

  • Steigerung der Bodenfruchtbarkeit und des Humusgehalts
  • Schaffung eines Bodencockpits für die Überwachung aussagekräftiger Messgrössen der Bodengesundheit und damit u.a. Erhebung von Daten für die Leistung des Bodens als CO2-Senke.
  • Erprobung von praxisnahen Massnahmen von bodenschonenden Verfahren (Mechanisierung, Düngung, Untersaaten, Mischkulturen, Zwischenfrüchte etc.)
  • Wissenstransfer Forschung – Beratung – Praxis (Fachartikel, Tagungen, Kurse)

PROJEKT

  • Ein Team aus Mitarbeitenden von Plantahof und FiBL plant gemeinsam die Massnahmen zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und legt die daraus abzuleitenden Schritte im Arbeitsablauf und die Messungen zum Monitoring fest. 
  • Die Massnahmen werden von Fachspezialisten festgelegt und von den Mitarbeitern des Gutsbetriebs praktisch umgesetzt. 
  • Die Verteilung der Standorte gewährleistet, dass verschiedene Bodentypen, Fruchtfolgen und Anbaumethoden in den Praxisversuch integriert sind.

Projekt 4: Agroforst auf Dauergrünland mit Obst- und Nussbaumreihen

ZIEL

  • einheimische Obstbäume als Kohlenstoffsenke (Holz und ggf. Humusaufbau)
  • Erhöhung der Biodiversität durch Hochstammbäume und deren Durchwurzelung
  • Einfache und effiziente Bewirtschaftung der Bäume und der angrenzenden Flächen
  • Schaffung von mehr Schattenplätzen für die Weidetiere
  • Verbesserung des Mikroklimas durch Beschattung und Windbrecher-Funktion der Bäume
  • Produktion von naturnahmen Bündner Produkten wie Baumnüsse für Nusstorten, Birnen für die Trocknung (Birnbrot) und Süssmost aus Hochstammbäumen
  • Produktion von Wertholz von grossen Hochstammbäumen (Nussbäume)

PROJEKT

  • Pflanzung von ca. 90 Hochstammbäumen (Äpfel-, Birnen und Nussbäume) auf den intensiv genutzten Mäh-Weiden des Plantahofs. 
  • Die Flächen werden für die Kurzrasenweide der Grünlandherde benötigt und ca. drei Mal gemäht. 
  • Die Äpfel werden in der eigenen Mosterei zu Süssmost verarbeitet, die Nüsse können an SwissNuss in Malans geliefert werden. Die Birnen werden zu Dörrbirnen für die Produktion von Bündner Birnbrot verarbeitet.

Ausgangslage

  • Mit der biologischen Bewirtschaftung (ganzjähriger Dauerbegrünung und weniger Mulchdurchfahrten) hat die Mäusepopulation zugenommen. Dies erschwert die Bearbeitung der Reben wegen zahlreichen Mäusehügeln. 
  • Der Einsatz von leichten Motorgeräten ist wegen der Unebenheit der Fahrgasse fast unmöglich. Es muss mit Traktor und Mulchgerät gearbeitet werden, was einen grösseren Bodendruck mit der Gefahr von Verdichtungen zur Folge hat. 
  • Die gute Befahrbarkeit mit leichteren Geräten nimmt aufgrund der zunehmenden Wetterextreme an Bedeutung zu.
  • Wurzelfrass durch Mäuse und anschliessendes Absterben vor allem der jungen Rebstöcke. Traubenfrass.
  • Durch das konventionell bewirtschaftete angrenzende Ackerfeld entsteht Abdrift von Pestiziden. Ein Heckenstreifen würde die Kontamination der Reben verringern.