Hof zur Seewiese

Familie Doris und Martin Büchi

Ort

7265 Davos Wolfgang

büchi-davos.ch

m ü. M.

1632

Betrieb

  • Bio
  • 50 ha LN
  • 48 GVE

Betriebszweige

  • Schafhaltung
  • Direktvermarktung

Engagement fürs Klima

  • Rückgewinnung von eingewachsenen Alpweiden
  • Holzheizung


«Die Dieselmotoren sollen durch einen Elektroantrieb ersetzt werden. Der Strom könnte mit einem Holzgas- Blockheizkraftwerk erzeugt werden. Die dafür notwendigen Hackschnitzel sollen selbst produziert werden.»

PilotprojektE ab 2022

Projekt: BHKW – Hackschnitzel, Strom, Wärme, Kompost

Ausgangslage

  • In der Biolandwirtschaft versuchen wir möglichst immer geschlossene Kreisläufe zu erreichen. 
  • Auf unserem Betrieb werden in der Tierhaltung, beim Futter und beim Hofdünger die Kreisläufe bereits weitgehend geschlossen. Optimierungspotenzial bietet hier noch die zugeführte Menge an Strohpellets als Einstreu. 
  • Bei der Energieversorgung hingegen werden Strom und fossile Brennstoffe aktuell noch von ausserhalb zugeführt und entsprechen in keiner Weise dem Kreislaufgedanken. 
  • Durch die Nutzung von lokal verfügbaren energetischen und stofflichen Ressourcen wie z. B. Waldholz sollen fossile Brennstoffe und Strombezüge massiv reduziert und zugeführte Strohpellts ersetzt werden.

ZIEL

  • Ziel ist es in Zukunft keine fossilen Energieträger mehr zuzukaufen und den Strombezug zu minimieren. 
  • Der Betrieb soll unabhängig von fremder Energie werden.
  • Die im BHKW-Vergaser produzierte Pflanzenkohle soll zusammen mit minderwertigen Hackschnitzeln als Einstreu im Stall dienen. Konkret bedeutet das:
    • eine Reduktion beim Einkauf von fossilen Treibstoffen um 6‘000 l Benzin und Diesel (80% des heutigen Verbrauchs)
    • Beim Stromeinkauf eine Reduktion von 14'000 kWh (50% des heutigen Verbrauchs)
    • Durch den Einsatz der Hackschnitzel von geringerer Qualität als Einstreu und die Zugabe der Pflanzenkohle beim Kompostieren, kommen wir dem Ziel der geschlossenen Kreisläufe wesentlich näher. Die Zufuhr von Einstreu aus dem Ausland soll um 100% reduziert werden.

PROJEKT

  • Mit einem mit einem kleinen BHKW soll aus eigenen Holzhackschnitzeln Wärme und Strom erzeugt werden. Damit soll nebst der thermischen- auch die elektrische Energie, die auf dem Betrieb verbraucht wird, selbst erzeugt werden. 
  • Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist der Ersatz des dieselbetriebenen Hofladers, der den Futtermischer antreibt, durch einen E-Hoflader sowie das Futter mit einem Elektrofuttermischer aufzubereiten. 
  • Zusätzlich produziert der Vergaser des BHKW Pflanzenkohle, die auch auf dem Betrieb genutzt werden kann.
  • Weiter soll die Heubelüftung technisch erweitert werden, sodass über die Wärme des BHKW Warmluft verwendet wird. Dadurch steigt der Wirkungsgrad der Heubelüftung stark an und beim Einsatz des BHKW können sowohl die thermische wie auch die elektrische Energie genutzt werden. 
  • Im Projekt wird nur die thermische Anbindung der Heubelüftung an die Abwärme des BHKW berücksichtigt.
  • Als weiterer Bestandteil des Projektes sollen die über 70 Tonnen Import-Strohpellets, welche im Stall als Einstreu dienen, ersetzt werden. Dazu sollen die Hackschnitzel der Äste und Baumkronen, welche für das BHKW ungeeignet sind, im Stall als Einstreu verwendet werden. 
  • Zusammen mit dem Harn und Kot der Schafe soll der Kompostierungsprozess in Gang kommen, so dass schlussendlich durch beimengen der Pflanzenkohle aus dem BHKW ein gut verrotteter Dünger für Wiesen und Felder entsteht.